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17 Jahre – 17 Ziele

Als das Programm unseres Symposiums in Druck war und wir an die Bewerbung gehen konnten, hat uns Barbara Marti, Lehrerin an der Bundesanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) in Oberwart, angerufen. Sie beschäftige sich mit den SchülerInnen der 3b mit den Sustainable Development Goals, hätte vom SOL-Symposium gehört und frage an, ob es nicht irgendeine Form der Zusammenarbeit geben könne.

„Auf jeden Fall“, so unsere Antwort; was könne es denn Besseres geben, als junge Menschen mit diesem Zukunftsthema zu unterstützen? Nach einigen Überlegungen war das Projekt „17 Jahre – 17 Ziele“ geboren.

Noch in den gemeinsamen Überlegungen, was wir gemeinsam machen könnten, erhielten wir Kenntnis über eine Förderschiene „Make Europe sustainable for all“, ein EU-Programm. Mit der Aussicht auf ein wenig Fördermittel erhielten die Pläne der Zusammenarbeit noch mehr Möglichkeiten. Dass wir dann im Laufe der Erarbeitung des Projektes auch tatsächlich eine positive Antwort der Förderstelle erhalten haben, freute uns natürlich besonders.
Was alles möglich wurde:

Die Klasse setzte sich mit dem Buch „Acorn“ von Yoko Ono, der Friedens- und Menschenrechtsexpertin, auseinander. Ihre Gedanken dazu formulierten sie in eigenen Texten. Mit Luftballons und Handzetteln, auf denen ihre Texte geschrieben standen, mischten sie sich unter die BesucherInnen des Oberwarter Marktes und verteilten ihre „Pflückliteratur“( einige davon siehe unten).

10 Tage vor dem Symposium luden wir gemeinsam VertreterInnen der Medien in den Oberwarter Stadtpark ein, um auf das Thema SDGs aufmerksam zu machen. Die SchülerInnen zeigten eine kurze, aber eindrucksvolle „Qi Wong-Vorführung“. Dabei skandierten sie unter anderem: „SDGs for me and you!“, die Logos der 17 SDGs hatten sie auf den Leibchen aufgedruckt. Am Ende kehrten sie dem Publikum den Rücken zu, und die Buchstaben auf ihren Leibchen ergaben die Zeile: „17 Nachhaltige Ziele!“

In einem SOL-Workshop an der Schule, den wir mit zwei Klassen halten durften, waren Frau Morgen und Herrn Anderswo zu Gast. Schon in der Aula konnten wir eine kleine Ausstellung zum Thema bestaunen. Gemeinsam mit den SchülerInnen erarbeiteten wir dann im Rahmen eines Spiels nochmals die Zusammenhänge und die Probleme, die sich aus der ungleichen Verteilung von Gütern in einer gemeinsamen Welt ergeben. Rasch wurde klar, dass der Reichtum der einen die Armut der anderen bedeutet. Und das nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Zukunft: Unser heutiger Reichtum kann Armut für künftige Generationen bedeuten; das, was wir heute an Zuviel unserer Erde entnehmen, fehlt morgigen Generationen. Diese Information ist bei den SchülerInnen wohl angekommen.

Dann kam der Tag des Symposiums. Vor dem ersten Hauptreferat gab es eine kurze Performance der SchülerInnen, bei der sie sich erst mit der einfachen, aber eindrucksvoll präsentierten Frage: „Warum?“ die Aufmerksamkeit des Publikums sicherten. Dann zeigten sie, was mit der Umwelt passiert, wenn wir mit unserem unmäßigen Konsum nicht innehalten. In einem Wordrap bezogen sie das Publikum ein, um klar zu machen, dass wir alle gemeinsam mit Phantasie und Engagement das Ruder noch herumreißen können. In eine so kurze Darstellung so viel Inhalt zu verpacken, war eindrucksvoll, der Applaus war ihnen und ihrer engagierten Lehrerin sicher.

Beim Hauptreferat von Friedbert Ottacher konnten wir beobachten, wie sie dann die Ohren spitzten; so aufmerksame SchülerInnen würde man sich im Unterricht wohl öfter wünschen. Im Anschluss schwärmten sie dann in Stadtschlaining aus, um ihre Texte als Pflückliteratur anzubringen und mit Luftballons auf das Thema aufmerksam zu machen. Einige der aufgehängten und bewegenden Texte fanden auch in den Gängen des Veranstaltungszentrums viel Beachtung.

Beim Nachhausegehen habe ich (Gabriele Huterer) mir einen Text ausgesucht, zu Hause auf meine Pinnwand gehängt und mir gedacht, so muss Schule für alle aussehen, wenn wir ein gutes Leben auch für kommende Generationen sichern wollen. Danke den engagierten SchülerInnen für den Schwung, den sie mitgebracht haben, und danke Barbara Marti für ihre Phantasie und ihren engagierten Unterricht!

Die Texte sind in der Auseinandersetzung mit Texten von Yoko Ono (“Acorn”) entstanden:

Wenn Fahnentag ist,
hänge eine Fahne raus
mit deinen Gefühlen, zum Beispiel:
„Wut“, „Trauer“ und „Liebe“.

Dadurch könnte den Menschen klar werden,
dass wir alle Emotionen haben,
und alle Menschen sind,
es ist egal welche Hautfarbe, welche Herkunft, welches Geschlecht
oder welche Religion wir haben.

Beobachte die Natur.
Fühle, wie die Erde sich bewegt.
Behalte dieses schöne Gefühl bei dir
Und verfolge die nachhaltigen Ziele
für eine bessere Welt.

Lege dich auf die Wiese und betrachte den blauen Himmel.-
Was für ein Freilandkino!
Denke daran, wenn wir Menschen die Welt weiter zerstören, wird in unserem Freilandkino eher ein Horrorfilm laufen.

Stell dir eine Woche im Jahr vor, in der jedes Kind auf der Welt
zur Schule geht und lernen darf.
Mach daraus einen Monat.
Mach daraus ein Jahr.
Mach daraus eine Selbstverständlichkeit
und die Welt verändert sich!



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